„8. Dezember – eine Herausforderung? Gedanken über unsere

Gesellschaft und Zukunft“

Adventgespräch des Dr.-Karl-Kummer-Instituts
am Sonntag, 8. Dezember 2024, 17 Uhr,
Kleiner Saal der Arbeiterkammer, Strauchergasse 32, 8020 Graz

Das diesjährige Adventgespräch des Dr.-Karl-Kummer-Instituts für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik in der Steiermark (seit 1980 rund um den 8. Dezember veranstaltet) fand am Sonntag, dem 8. Dezember 2024 im vollbesetzten Kleinen Saal der Arbeiterkammer statt. Der Obmann des Instituts Univ.-Prof. Dr. Klaus Poier wies darauf hin, dass erstmals in der 44-jährigen Geschichte des Adventgesprächs der 8. Dezember nicht nur als Datumsangabe auf der Einladung steht, sondern Gegenstand des Festvortrags ist: Diesen hielt nämlich Landeshauptmann a.D. Waltraud Klasnic zum Thema „8. Dezember – eine Herausforderung? Gedanken über unsere Gesellschaft und Zukunft“.

„Wir müssen Zuversicht zeigen!“ – Wie ein roter Faden zog sich dieses Bekenntnis zu Optimismus und Vertrauen durch die pointierten Reflexionen der Festvortragenden LH a.D. Waltraud Klasnic, die in ihrem Vortrag auch mahnende Worte in Hinblick auf den Umgang mit dem Wohlstand und die Solidarität mit den Hilfsbedürftigen in unserem Land fand. Waltraud Klasnic erinnerte an den Schatz des christlichen Glaubens und der Katholischen Soziallehre als Impuls für politisches und gesellschaftliches Engagement und mahnte sowohl einen verantwortlichen Gebrauch der Sprache im politischen Diskurs sowie Respekt vor politisch tätigen Menschen ein. „Ich fühle es als meinen Auftrag, darüber nachzudenken, was morgen ist.“ In diesem motivierenden Wort klang ihr Weitblick an, der sie bereits in der Vergangenheit befähigt hatte, zukunftsweisende Projekte auch gegen Widerstände umzusetzen – sei es die Unterstützung für den Semmeringbasistunnel oder die Realisierung der Leben rettenden Babyklappe mit der Möglichkeit der anonymen Geburt. Abschließend rief Klasnic zu mutigen Entscheidungen auf und motivierte insbesondere auch die Frauen, gebotene Chancen zu ergreifen. „Was sollen wir tun? Vielfältig denken und einfach handeln!“

Vizepräsident der Arbeiterkammer a.D. Franz Gosch dankte in Vertretung des verhinderten Arbeiterkammerpräsidenten Josef Pesserl in seinem Grußwort dem Dr.-Karl-Kummer-Institut für sein Engagement im Sinne der sozialen Gerechtigkeit.

Im Rahmen der Veranstaltung fand auch eine Preisverleihung für hervorragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten mit thematischen Bezügen zu Sozial-, Wirtschafts- und Familienrecht und -politik statt. Der seit 1995 verliehene Hans-Vollmann-Preis, benannt nach dem 1994 verstorbenen steirischen NRAbg. und politischen Weggefährten des Sozialpolitikers Karl Kummer, wurde Herrn Dr. Robin Alexi, MA für seine Masterarbeit „Preisbildungsmechanismen am Arzneimittelmarkt. Über ethische Herausforderungen steigender Medikamentenpreise am Beispiel des österreichischen Gesundheitssystems“ und an Frau Mag.a Dr.in Esther Eichinger für ihre Dissertation „Die Weisung als arbeitsrechtliches Phänomen“ überreicht. Der 2018 gestiftete
Dr.-Karl-Kummer-Preis für Familienpolitik wurdean Frau Mag.a Lena Schatz für ihre Diplomarbeit „Das minderjährige Adoptivkind im österreichischen und deutschen Recht unter besonderer Berücksichtigung des Erbrechts“ und an Frau Vanessa Weiß für ihre Bachelorarbeit „Child-induced transfers in Austria – Implications of family transfers on poverty alleviation“ verliehen. Die Laudationes hielten Obmann-Stellvertreter Univ.-Prof. Dr. Thomas Gremsl und Gf. Dr.in Hedwig Unger.

Fotos (Thomas Fischer):

Foto 1: (v.l.) Franz Gosch. Hermann Schützenhöfer, Waltraud Klasnic, Klaus Poier.

Foto 2: (v.l.) Hermann Schützenhöfer, Waltraud Klasnic, Thomas Gremsl, Esther Eichinger, Robin Alexi, Lena Schatz, Vanessa Weiß, Hedwig Unger, Klaus Poier.